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Skycap Labelnight: Louise Gold & The Quarz Orchestra

Samstag 14. September 2013
Beginn: 20:00 Uhr



VVK: 10 Euro / AK: 13 Euro

Über weichen Bossa Nova-Rhythmen schwebt versonnen der Klang einer Posaune. Nach einigen Takten setzt Louise Gold ein und singt mit nüchterner Eleganz von der Vergeblichkeit eines Lebens im Überfluss, in dem es doch an Liebe mangelt. Fast abgeklärt klingt ihre Stimme, doch die Orchestrierung lässt Sehnsucht und Zuversicht durchscheinen. Silbrige Klavierläufe und die beiläufig gezupfte Gitarre verweisen tröstlich auf Schönheit – und immer wieder hebt sich dankder Posaune Hoffnung empor. Es handelt sich um den Opener „If I don‘t have love“, ein Song, wie er typisch ist für die schlicht Debut betitelte erste, musikalisch wunderbar vielfältige Platte mit ihrem Mut zur Hysterie und schlichter Eleganz von LOUISE GOLD & THE QUARZ ORCHESTRA. So erinnert die überdrehte Overtüre „Footloose Fancy-free“ an die bonbonfarbenen Musicals der 50er und 60er a la „Mary Poppins“ oder „West Side Story“ und im Finale des Songs scheinen athletische Menschen in bunter Kleidung synchron vor dem geistigen Auge des Hörers zu tanzen. Und im „Lullaby of Moabit“ rollt der „Fahrstuhl zum Schafott“ vorbei. Es scheint fast, als hätte man dieses Stück aus den Annalen der Jazzhistorie ausgegraben und auf dem Album veröffentlicht. Für den ‚Mad-Men-Sound‘ der Band sind einerseits die klassischen Arrangements und andererseits die Wahl des Studios verantwortlich. Die Songs für das Album haben Louise Gold & The Quarz Orchestra im Berliner Lightning Recorders Studio aufgenommen und selbst produziert. Ein Studio das ausschließlich Equipment der Fünfziger und Sechziger Jahre wie RCA 77, RCA 44 oder Neumann Gefell UM57-Mikrophone und M15-Bandmaschinen für Aufzeichnung und Mastering verwendet und welches Musik in jener Art auf Tonträger bannt, wie man sie damals aufnahm: mit der ganzen Band zusammen, vor dem ersten Take gemischt und direkt auf ein ¼ Zoll BASF-Magnetband aufgezeichnet. Nachträgliches Mischen ausgeschlossen – Echtzeitmusik also, heutzutage ein seltenes Gut. Es entspricht ihrer Art zu musizieren, sagen sie. Die Musik passiert. Davor, danach ist Raum für Überlegungen, aber währenddessen fließt es einfach. Die Band hat sich 2008 in Berlin zusammengefunden und bildet heute ein sechsköpfiges Ensemble mit zwei kreativen Wegweisern: Louise Gold, Sängerin und Song-Schreiberin und Hans Quarz, Posaunist und Arrangeur. Die Stücke schreiben sie gemeinsam – eine spannende Mischung, wie beide finden, denn Hans Quarz kommt vom Jazz und Louise Gold aus der Popmusik. Ihre Herangehensweise an das Schreiben ist sehrunterschiedlich und passt doch ganz genau zusammen: Louise Golds Texte – um eine Filmmetapher zu verwenden – sindEssays in der Tradition des europäischen Autorenkinos, die sie in stimmige, atmosphärische Melodien kleidet, welche Hans Quarz dann für die große Leinwand kongenial und mit großer Geste arrangiert. Der Sound, den die beiden gemeinsam erschaffen, bildet ein ganz eigenes Genre: Pop in Cinemascope. Anfänglich spielten sie sich als vierköpfige Swingkapelle durch die Berliner Jazzclubs. Das Swing-Korsett wurde ihnen aber schnell zu eng und sie begannen eigene Stücke zu schreiben.

Special Guest: Cho Choo Panini

Louise Gold: Louise Gold (voc), Hans Quarz (tb), Thibault Falk (p), Florian Segelke (g), Daniel Lunkenheimer (dr), Hendrik Nehls (b)

Tickets: http://www.adticket.de/SKYCAP-LABEL-NIGHT-Louise-Gold-The-Quarz-Orchestra/Munster-Hot-Jazz-Club/14-09-2013_20-00.html