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Naima Husseini

Pop

Donnerstag 27. Oktober 2016
Beginn: 20:00 Uhr
13 € VVK / 17 € AK

Naima Husseini kommt in den Wirren der 80er in Hamburg zur Welt und wächst in einer hochmusikalischen Familie auf (ihre Eltern nennen sie nach einem Stück von John Coltrane). Sie studiert Kunst, bricht ab. Das machen Musiker so, um in Bands zu spielen. 2011 erscheint auf Universal ihr selbst betiteltes Debüt, ein schillerndes Kleinod voller Songs und Samples aus der echten Welt, entstanden in enger Zusammenarbeit mit Olaf Opal (produzierte u.a. The Notwist, Sterne). Was dann folgt, nennt man Odyssee (nicht nur Männer mit Löwen auf dem Rücken können das). Sie spielt im Vorprogramm von Cäthe, geht auf TV-Noir-Tour mit Alin Coen. Sie vertieft sich in die Kunst des Songwritings, allein und mit Anderen, zum Beispiel auf einer einsamen schwedischen Insel mit den Leuten von Peter, Björn and John, nur um dann zurück in Berlin wieder ganz andere Wege einzuschlagen. Mit Oliver Welter (Naked Lunch) und Charlotte Brandi (Me And My Drummer) schreibt sie auch einige Songs zusammen. Daraus entsteht der Titelsong „Immer Alles“. Die Konturen, wie ein neues Album klingen könnte, nehmen Form an. Wenn man ahnt, wie es wird, kann man arbeiten und wird nie müde. Naima schrieb, sammelte Sounds und Melodien, sampelte wie eine Wilde, sie wollte die Freude, die Hoffnung und die Melancholie, schöne und kaputte Klänge, Intimität und Weite, auf einer Platte bündeln. Und was wir jetzt hören, nach Jahren Arbeit, allein und mit ihrem Co-Musiker und Co-Produzenten Johannes Wehrle, ist tatsächlich „Immer Alles“. Sollte nicht sowieso jeder, der sich Künstler nennt, immer alles wollen, um dann mit jedem Lied eine ganze Welt zu schreiben. Naima Husseini macht das. Diese Musik ist hochauflösend, verzweigt sich immer weiter, jeder Ast bringt einen neuen hervor, jede Wand ist ein Spiegel. Hölzer, Klangplatten, Klavier, Rhodes mit Tremolo auf Anschlag, Metallophon, 808-Toms, E-Gitarren mit Endlos-Delay und Federhall. Das sind einige der Werkzeuge, mit denen Naima diese Welt gebaut, gestrichen, gehämmert hat. Nicht nur die akustischen Instrumente, auch die Drum-Machine-Kicks und Snares wurden von Hand auf Pads getrommelt. Das erklärt einiges an Gefühl, was von diesem Album ausgeht. Hier warten keine Plugins auf Midi-Trigger-Signale, um loszulegen, nein – hier sind Menschen am Werk. Außer Naima noch Fabian Stevens an den Drums, der gemeinsam mit Irma Samuelis an den Tasten Naimas Live-Band bildet. Das „Immer“ in „Immer Alles“ deutet auch auf die Gleichzeitigkeit der Musikgeschichte im Kontext dieses Albums hin. Einmal erinnert eine Gesangslinie an Stevie Wonder, woanders hört man den symphonischen Dschungel von Grizzly Bears Veckatimest oder die Hallräume von Beach House, ein Song beginnt wie Schoolly Ds Gangster Boogie, ein anderer endet mit einem Anklang an Dr. Dres The Next Episode. Soul, Shoegaze, Indierock, Oldschool-Rap, das Puzzle passt, nichts ist hier plump zitiert, alles ins Licht von Naimas Welt getaucht.

Naima Husseini (voc, g), Irma Samuelis (keys), Fabian Stevens (dr)

https://www.facebook.com/naimahusseini
http://www.naimahusseini.de